CDU-Kreistagsfraktion Northeim

CDU-Kreistagsfraktion will beim Wolf gegensteuern

Unverständnis über Hannover / Abschuss gefordert

Northeim (oH). Rund ein Dutzend getöteter und zum Teil aufgefressener Schafe einer seltenen Rasse sowie verletzte und noch heute vermisste Tiere sind die bittere Bilanz des Angriffs von Wölfen auf die Herde bei Relliehausen. Dabei war es aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion letztlich eine Frage der Zeit, wann die ansteigende Wolfspopulation sich nicht mehr nur von Wild ernährt, sondern auch zu Nutztieren übergeht. Seit Jahren bereits warnen Fachleute vor eben dieser Entwicklung, da die Wolfszahlen kontinuierlich anwachsen.

So hatte der erste Wolfsriss in Niedersachsen im Jahr 2008 im Landkreis Northeim stattgefunden. In der Folge hatten sich Wölfe im Bereich der Heide sowie im Nordosten Niedersachsens kontinuierlich weiter verbreitet. Erhebliche Widerstände in der Bevölkerung sowie von Weidetierhaltern hatten letztlich dafür gesorgt, dass sowohl auf der europäischen wie auch auf der Bundesebene die Regelungen zum Wolfschutz gelockert worden waren. Der Art war im Oktober 2025 der sogenannte günstigen Erhaltungszustand attestiert worden, mithin wird die Wolfspopulation in Deutschland als stabil und langfristig gesichert eingeschätzt. Der Wolf wurde ins Jagdrecht aufgenommen und rechtliche Möglichkeiten zum regulären oder präventiven Abschuss wurden geschaffen. So reagiert die CDU-Kreistagsfraktion mit Unverständnis über das für Jagd zuständige Landwirtschaftsministerium angesichts der vehementen Ablehnung der Forderung des Landvolks, eine entsprechende Abschussgenehmigung für die Solling-Wölfe zu erteilen.

„Wir fragen uns, was eigentlich noch passieren muss. Daher werden wir die Thematik auf die Tagesordnung der Kreispolitik setzen und auch politisch den Abschuss fordern. Dieses Zaudern in Hannover lässt jedes Vertrauen in Politik schwinden“, stellt die CDU-Kreistagsfraktion in einer Bewertung fest. Für den nächsten Umweltausschuss habe man daher den Punkt Wolf auf der Tagesordnung mit dem Ziel einer klaren Abschussforderung platziert. Bei allem Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur gäbe es Grenzen, wenn „gefühlsduselige Ideologie“ rational notwendige Entscheidungen vernebele. „Wir stellen uns ganz klar auf die Seite der Weidetierhalter und fordern zum Wohle von Mensch und Tier – das schließt den Wolf durchaus ein -, dass jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um dem zu erwartenden nächsten Wolfsangriff wirksam entgegenzutreten. Der oder die Wölfe im Solling gehören entnommen, das heißt für uns geschossen“, so die CDU-Fraktion unmissverständlich. Angesichts von mittlerweile mehr als 200 Wolfsrudeln in Deutschland sollte der gesunde Menschenverstand ausreichen, um festzustellen, dass man endlich gegensteuern müsse.