CDU-Kreistagsfraktion Northeim

Umfangreicher Austausch zwischen Kreishandwerkerschaft und CDU-Kreistagsfraktion

Zweieinhalbstündiges Gespräch über die Situation des Handwerks im Landkreis

Northeim – Das Handwerk ist mit seinen vielen mittelständischen Betrieben im Landkreis das Rückgrat der regionalen Wirtschaft. Doch wie im Großen haben die einzelnen Innungen auch hier vor Ort viele Herausforderungen zu bewältigen. Hierbei möchte die CDU-Kreistagsfraktion bei jenen den Landkreis betreffenden Themen unterstützen und lud vor diesem Hintergrund am vergangenen Mittwoch die ehrenamtlichen Obermeister der Mitgliedsinnungen der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck zu einem Gespräch in das Hotel „Schere“ in Northeim ein.

In dem über zweieinhalbstündigen Gespräch diskutierten die Vertreter aus der Kreispolitik mit fünf Obermeistern der Kreishandwerkerschaft. Der Faden des umfangreichen Austauschs führte von der Entwicklung der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen über die „klassischen Themen“ von Bürokratie und Nachwuchsgewinnung und die Zukunft des Handwerks vor Ort. „Für uns wird es immer schwieriger, langfristig junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, geschweige denn Nachwuchs für die Betriebe zu finden“, erklärt hierzu Kreishandwerksmeister Ullrich Schonlau. Der Trend Richtung Studium zeichne sich auch hier in der Region ab. Dennoch sei man bemüht bspw. über Berufsmessen etc. schon an den Schulen Fuß zu fassen und Schülerinnen und Schülern einen Einblick in handwerkliche Tätigkeiten zu geben. Die Handwerkermeister bieten interessierten Schülerinnen und Schülern gerne Praktika in den Schulferien an, um tiefere Einblicke in ihr Handwerk zu ermöglichen. Als Schmankerln gibt es fast immer ein angemessenes Taschengeld.

Im Rahmen der Nachwuchssuche sei man, trotz einiger Herausforderungen, gut aufgestellt; so laufe bspw. die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter reibungslos. Dennoch seien Veränderungen spürbar: „Wir merken aber auch eine Veränderung bei denjenigen Auszubildenden, die wir neu gewinnen. Die Prioritäten haben sich genau so verändert, wie gewisse Grundbildungsbereiche“, so Schonlau weiter. Konkret sei darunter zu verstehen, dass die schlingernde Bildungspolitik insbesondere bei klassischen Themen wie lesen, rechnen oder schreiben ihre Spuren hinterlassen habe. Auch die Abschaffung der Förderschulen befördere aus Sicht der Kreishandwerkerschaft diese Entwicklung. Neben der Thematik der Nachwuchsakquise stellte auch der Bereich Bürokratieabbau einen Hauptteil des zweieinhalbstündigen Gespräches dar. Ob bei dem (hand-)schriftlichen Nachweis von Arbeitszeitnachweisen, zusätzlich zur elektronischen Erfassung, der Dauer der Genehmigung von Baugenehmigungen oder ähnlichem zeige sich die deutsche Überregulierung als nahezu „klassisches“ Hemmnis unternehmerischer Entwicklung auch hier vor Ort. Dieses wolle man gemeinsam auf sämtlichen Ebenen weiterbearbeiten. „Der gute Austausch hat uns auf viele Aspekte auch hingewiesen, die auch und gerade Berührungspunkte zwischen dem Handwerk und der Landkreisverwaltung betreffen. Diese nehmen wir auf und werden sie weiterverfolgen“, erklären der stv. Fraktionsvorsitzende Hans-Dietmar Kreitz und Thorsten Kühn, der als Landratskandidat der CDU antritt. Den Austausch möchte man beiderseitig regelmäßig fortsetzen und sich gegenseitig über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.